Griechenland ist eine Reise wert

 

Um beim Aegean 600 teilnehmen zu können haben wir uns Ende Juni auf die Reise nach Athen gemacht. Die gut 700 Meilen mit Zwischenstopps in Kobas, Dubrovnik (Ausklarieren), Corfu (Crewwechsel und Einklarieren), Pylos (frische Verpflegung kaufen) bis zu unserem Ziel die Olympic Marine in Lavrion verlief mit kaum Wind, viel Motoren und gutem Essen relativ unspektakulär.

 

In Athen angekommen hat sich unsere Crew erstmal an die ca. 40 Grad akklimatisiert, die Mietautos übernommen und das Apartment bezogen. 

Schweißtreibend war die Arbeit das Schiff auf die bevorstehenden 600 Meilen durch die Ägäis vorzubereiten. Gefühlte 100 Tonnen vom Schiff, ins vom Veranstalter bereitgestellte Lager zu tragen, Segel latten, Leinen tauschen, unzählige Male in den Mast, Unterwasserschiff reinigen, Winschen servicieren... verlangte bei den Temperaturen teils über 40 Grad allen alles ab.

Die Arbeit lohnte sich und so konnten wir fast rechtzeitig mit einer perfekt vorbereiteten VENTO CADELA noch einige Trainings absolvieren..

Das Rennen

Am Sonntag 4.Juli pünktlich um 14.15 Uhr fiel der Startschuss zum ersten Aegean 600. Nach 2 Vorlegetonnen direkt unter dem Poseidontempel ging es zur ersten Bahnmarke Milos. Durch den untypischen schwachen Wind, teilte sich das Feld schon bald auf eine östliche und westlichere Route auf. Relativ schnell mussten wir erkennen das die von uns gewählte östliche Route die schlechtere der beiden war und sich die weiter westlichen Schiffe schon einen gehörigen Vorsprung ersegeln konnten. Im Mittelfeld mit mehreren Gegnern machten wir uns bei immer noch leichtem Wind auf den Weg nach Santorini. Die kanpp 10 Meilen lange und sehr imposante Durchfahrt durch die Vulkaninsel meisterten wir bravorös und konnten gleich 6 teils direkte Gegner überholen. So machten wir uns top motiviert auf die nächsten 95 Meilen nach Karpatos. Auf der Südostseite von Karpatos haben wir auch unser persönliches Rennen gegen Aiolis eine J 11S gestartet, das uns über die nächsten 350 Meilen teilweise als Matchrace gegenseitig pushte und weiter voran trieb. Ab hier frischte auch erstmals der Wind auf 25 Knoten auf und die Überfahrt nach Rodos dauerte nicht einmal 5 Stunden.

Hinter Rodos bei starken Böen und keiner Welle konnte unser Speedrekord 13,9 Knoten für diese Regatta ersegelt werden.

Doch kaum hatten wir Rodos gerundet schlief der Wind wieder ein und alle Schiffe im Umkreis von 15 Meilen rutschten auf 1 Meile zusammen. Bis kurz vor Kandeliousa änderte sich das auch nicht mehr. Hier fand unser "Matchrace" mit Aiolia einen neuen Höhepunkt!

Nach mehreren Segel- und Positionswechsel erwischten uns einige Fallböen von Kos und unter Gennacker mussten beide Boote ablaufen um die fliegenden Segel schadlos bergen zu können. Mit 2. Reff und J5 haben wir unser optimales Setup gefunden und konnten uns dann auch erstmals ein paar Meter Vorsprung ersegeln.

In der Nacht erreichten wir die Meerenge bei Kos zwischen Griechenland und der Türkei. Der erhebliche Schiffsverkehr, Frachter, Tanker, Fähren, Segelboote,... machte uns Dank OSCAR jedoch keine Sorgen. Die Wärmebild Thermalkamera lieferte uns perfekte Bilder aller Hindernisse und wir konnten gefahrlos allen Kollisionen aus dem weg gehen.

Einzig beim übertritt der Grenze auf die türkische Seite haben wir Bekanntschaft mit der Polizei gemacht die nach einer Wende aber wieder kehrt machte und uns weiter segeln ließ.

Größere Probleme machte uns der Starter der seinen Dienst verweigerte und uns nach mehrfacher Reanimation für immer verließ. Da wir den Motor zum Laden der Batterie nicht mehr starten konnten begann jetzt für uns die Zeit des Strommanagement. 

Nach Rundung der Nordöstlichsten Bahnmarke N. Agothonision lagen die wohl schwierigsten 130 Meilen vor uns. Der Wind nahm immer mehr zu und bei über 40 Knoten Grundwind wechselten wir auf unsere Sturmbesegelung. Mit Trysegel und Sturmfock kämpften wir uns bis zum Gate Mykonos.

54 Knoten hämmerten bereits auf uns ein als wir die Entscheidung getroffen haben abzubrechen. Ohne Motor wären wir in der Durchfahrt bei Mykonos beim kleinsten Bruch hilflos auf Legerwall gekommen.  

30 Meilen vor dem Ziel im Kampf um Platz 2 - 4 aufzugeben ist keine leichte Entscheidung gewesen war aber sicherlich die Richtige!

So segelten wir weiter Richtung Osten wo der Wind allmählich auch wieder auf "normale" 30 Knoten abnahm und wir gefahrlos um 3 Uhr morgens in der Olympic Marina ankamen.

Das Aegean 600 ist eine sensationelle Regatta. Nicht nur durch die höchst professionelle Organisation sondern auch durch Kurs und Wetterbedingungen hat diese Regatta das potential ein Highlight im Regattakalender wie etwa ein Rolex Middle Sea Race oder Fastnet Race zu werden.

Wir werden auf jeden Fall wieder kommen diese Regatta beenden und wer weiß ob wir dann nicht bei der Heimreise auch noch einen Pokal im Gepäck haben werden.

 

Die Heimreise nach Kroatien verlief fast problemlos. Beim Kap Kisternes am Peleponese mussten wir aufgrund weiterer +50 Knoten auf die Nase ca 25 Meilen umkehren und Abwettern. Jedoch fanden wir so das malerische Dorf Elafonisos das wir sonst wohl nie entdeckt hätten.

Mit weiteren Stopps in Korfu (Ausklarieren) und Dubrovnik (Einklarieren) kamen wir nach 6 Tagen sicher in unserem Heimathafen der Olive Island Marina an.

Alles in allem sind wir von Griechenland den Menschen, kulinarisch und kulturell sehr begeistert und werden in den nächsten Jahren nicht nur zum regattieren dieses schöne Land besuchen!

Ein riesen Dankeschön an die höchst profesionelle Regattacrew:

Berndt Schweiger, Roland Schweiger, Günter Korn, Ottavio Di Grassi, Wolfgang Stumberger, Jakob Holzinger, Philipp Stampfl, Christian Pfann

Ebenfalls ein riesen Dankeschön an die Überstellungscrew:

Charly Weitzbauer, Toni Skalnik, Philippe D'Alighy, Christian Pfann

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Christian PFANN

 

Weissenbach 35

4822-Bad Goisern am Hallstättersee

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